Gaumenspalte und Unterkiefer

Durch die Gaumenspalte kann es zu Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme kommen, da der Rachenraum nicht vom Nasenraum abgetrennt ist – die Nahrung gelangt in den Mund und kommt zur Nase wieder heraus. Dies kann schon wenige Tage nach der Geburt durch Anpassung einer sogenannten Gaumenplatte behoben werden. Die Gaumenplatte sitzt – wie eine Zahnspange ohne Drähte – im Mund und trennt so den Mund- vom Nasenbereich. Bei Kindern mit Atemproblemen wird der hintere Bereich der Platte so stark verlängert, dass die Zunge nicht mehr nach hinten fallen und die Atmung so behindern kann. Oft wird auch ein Stimulationsknöpfchen vorne an der Platte angebracht, das dazu dient, die Zungenaktivität zu fördern.

Bedingt durch den zurückweichenden Unterkiefer ist der Rachenraum so eng, dass es oft zu schweren Atemproblemen kommen kann, was u.U. eine Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) nötig macht. Dies sollte so früh wie möglich gemacht werden, da die Kinder durch ihre Atemprobleme in ihrer Entwicklung verzögert werden können oder es durch Atemstillstand zu noch größeren Schwierigkeiten führen kann.

Das zurückweichende Kinn verbessert sich durch das Wachstum ein wenig, es sollte jedoch durch eine sogen. Unterkieferdistraktion bei den Personen auf „normale“ Größe angepasst werden, die Atemprobleme, Schluck- und/oder Essprobleme haben. Durch den unterentwickelten Unterkiefer sind Zahnfehlstellungen möglich, die Zähne passen nicht richtig auf einander, was das Abbeißen oder Kauen sehr schwierig oder unmöglich macht. Diese Probleme können allerdings schon mit einer frühen kieferorthopädischen Behandlung verbessert werden.

 

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